Aktivismus und Kunstfreiheit
2021-12-28, 10:00–14:00, Ahlam - Workshop Space 1
Language: German

Kunstfreiheit ist die Piratenflagge der Kulturarbeit. Könnte man denken. Mehr als nur ein Freifahrschein, den Künstler_innen da beanspruchen, wo sich Kritik wild mit Politik mischt, steckt Kunstfreiheit viel grundlegendere Rahmen des Möglichen ab. Rahmen, in denen solidarische und sozialpolitisch wirksame Projekte stattfinden, geschützt werden und sich entwickeln können. Rahmen, die Kritik und Alternativen erfahrbar machen, die sonst in gesitteten Gesprächen verschwimmen. Sie ist ein hohes Gut: als dedizierter Raum für eine kritische Verhandlung gesellschaftlicher Zustände wird die Kunstfreiheit von Entscheider_innen aus Kulturpolitik und Kulturverwaltung beachtet, von Verfassungsgerichten immer wieder neu ausgelegt - und seit jeher von autoritärem Denken bedroht. Immer wieder kontrovers diskutiert wird: Wo liegen die Grenzen der Kunst - was ist Kunst, was darf sie? Wie sind Kunstwerke mit Autor_in und Publikum verbunden, wie sind diese für sie verantwortlich? (Warum) ist Kunst freier als Kultur?


In diesem Workshop wollen wir ein Grundgefühl für die Grenzen und Möglichkeiten der Kunstfreiheit im Aktivismus und der künstlerischen Arbeit als Freiraum entwickeln - indem wir sie diskutieren, beobachten und aktiv damit arbeiten. In vier Stunden wollen wir konkrete künstlerische Strategien entwerfen, Präzedenzfälle auseinandernehmen und uns gegenseitig mit Erfahrungen aushelfen. Also: Kunst als Transformation denken und eine künstlerische Toolbox für aktivistische Kontexte erarbeiten.

[Ein deckungsgleicher Workshop findet auch am 27.12. statt - die verschiedenen Arbeitsphasen und Ergebnisse der beiden Sessions können sich aber ergänzen. ]

Jesaja Song-Gil Rüschenschmidt works at the junction between fine arts,
activism and subculture.

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beschäftigt sich akademisch und künstlerisch mit kognitiven Kategorien zwischen Kunst und Wissenschaft.

Sie hat in München, Paris und Berlin Philosophie, Linguistik, Komparatistik und Russisch studiert und verursacht gern transdiziplinäres Chaos. Darunter: die Desorientierungstage; das Magazin/Kollektiv Die Funzel. Halbjahresschrift für prätentiöse Studien. e.V.; die 2021 Munich Philosophical Masterclass Scientific Pluralism mit Helen Longino, die Vortragsreihe „Politische Kunst-Kunst im Politischen“ (SoSe 2021, LMU), oder das Sociocultural Laboratory Lisbon (als Teil des Research Clusters Kolleg Europa Projekt Kulturelle Nachhaltigkeit).

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